Gegen Gewalt und Hass – Für ein demokratisches Miteinander in Waltershausen
Am Wochenende vom 16./17. März 2024 wurde das Fenster von Joachim Stade, Waltershausens Orgelbauer, mit einem Stein eingeworfen. Er engagiert sich bei der Initiative Buntes Waltershausen für eine friedliche, vielfältige, lebendige Stadt. Drei Tage zuvor veröffentlichte die Linke Liste Waltershausen ein Foto, das ihn als Kandidat zeigt. Genau einen Monat davor wurde auf das Haus eines weiteren Mitstreiters von Buntes Waltershausen, SPD-Mitglied Michael Müller, ein Brandanschlag verübt.
Wir sind erschüttert. In welchem Waltershausen leben wir inzwischen? Wie kann es sein, dass Menschen, die sich für ein mitmenschliches Miteinander und für Lokalpolitik engagieren, bedroht fühlen?
Der Brandanschlag hätte fast einer Familie das Leben gekostet, es wird wegen versuchten Mord ermittelt. Der Steinwurf ins Fenster war gezielt und mit Wucht auf das beleuchtete Wohnzimmerfenster in ca. sechs Meter Höhe verübt worden. Der Stein und die Scherben lagen fünf Meter hinter dem Fenster auf dem Sofa – auch dies hätte Menschenleben kosten können. Hier wurden mehrere rote Linien überschritten, und der Eindruck wächst, dass sich die Gewaltspirale in diesem Wahljahr immer weiter hochschraubt.
Wir fragen uns, wie sich weitere Gewalt verhindern lässt? Wie dagegen ansteuern, dass Waltershausen in der Öffentlichkeit als intoleranter und unsicherer Ort gebrandmarkt wird? Dass LokalpolitikerInnen und BürgerInnen, die sich für ein friedliches und weltoffenes Miteinander positionieren, eingeschüchtert werden?
Wir glauben, dies ist nur möglich, indem wir zusammenhalten und ein öffentlicher Aufschrei passiert. Indem sich möglichst viele Menschen, Vereine, Unternehmen in Waltershausen gegen diese Gewalt aussprechen. Indem sie mit ihren Kindern, Verwandten, Bekannten darüber reden. Indem wir gemeinsam deutlich machen: Das dulden wir nicht! Eine Demokratie muss fähig sein, verschiedene Meinungen zu erlauben und konstruktiv damit umzugehen. Es braucht Toleranz der unterschiedlichen Menschen – aber keine Toleranz für Gewalt gegenüber MitbürgerInnen, für Hass und Hetze.